Donnerstag, 6. September 2018

prima Voraussetzungen für einen Neuanfang

Herr Linux hatte ein Update für meinen Computer bereitgestellt, das aus Gründen privater Natur erst mit dreimonatiger Verspätung installiert werden konnte. Der Computer wies mit der Zeit allerdings immer dringender darauf hin, dass das nötig sei und nicht aufschiebbar.
Dann lief der Compi wieder, stattdessen kam ich ins Stocken -- was war noch gleich mein Blogger-Passwort?

Zwischen dem Anfang des Darüber-Nachdenkens und dem Moment gerade eben, als es mir dann wieder eingefallen war (es unterliegt nämlich nicht der Passwortrichtlinie, die ich sonst für alles verwende, es stammt aus der Zeit davor und ich weiß nicht, wie/wo ich es ändern kann), habe ich den Entschluss gefasst, nun doch endlich mal zu Wordpress umzuziehen. Das erwäge ich seit langem, aber "man kommt ja zu nix".
Der nächste (und letzte) Beitrag hier im Vorgarten wird also die neue Adresse enthalten.
Ich freue mich, euch alle -- und dich besonders! -- im neuen Vorgarten wieder begrüßen zu können.

Dienstag, 21. August 2018

Womit hab ich das verdient?-2

Womit hab ich das verdient?
Diese Frage höre ich oft, wenn ich Leuten etwas schenke. Und ich bin sicher, der Höchste hört sie noch viel öfter.
Dabei ist es ja verrückt: Was man geschenkt bekommt, kann man nicht verdient haben, denn es ist ein Geschenk! Ich denk mal, die Leistungsgesellschaft (die älter ist als die Industrialisierung) hat es verrückt, verschoben, in eine ganz falsche Ecke gedrückt.
Übrigens ist völlig unerheblich, ob das Geschenk eine Sache ist oder zum Beispiel ein Lob. Es gibt viel zu viele Menschen, die kein Lob annehmen können, ohne zuerst einmal ihre Nachteile, Schattenseiten und so weiter aufzuzählen, und warum das Lob gerade heute ungerechtfertigt ist, weil die gelobte Sache ja sonst ehrlich viel besser ist als ausgerechnet jetzt.
Ein Beispiel: Ich sage zu Ida, alleinerziehende Mutter von Robin (9): Du hast deinen Jungen wirklich gut hinbekommen.
Ida: Na jaa, der ist halt gerade … der war übers Wochenende bei seinen Großeltern, jetzt ist er mal brav, aber wenn wir gleich zuhause sind … Der kann ja auch ganz schön aufdrehen.
Ich: Ich mein das ernst. Du hast deinen Jungen wirklich gut hinbekommen.
Mütter werden wenig gelobt (ist das Kind quengelig, braucht es Konsequenz, ist die Mama konsequent, ist es "ach, das arme Kind!") und Alleinerziehende erst recht, weil die Verwandtschaft der Gegenseite auch noch alles besser weiß.
Aber sie sind nicht die Einzigen, die wenig Übung haben im gelobtwerden. Insgesamt gilt ja "nicht geschimpft ist genug gelobt". Welch ein Armutszeugnis.

Fang doch mal an, die Menschen deines Umfeldes zu loben. (Lob hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu vielen Geschenken nichts kostet.) Das verändert den Blick auf deine Mitmenschen, lenkt ihn auf das Positive.
Und lerne, Lob freundlich entgegen zu nehmen, "Danke, das hast du aber lieb gesagt" und es tatsächlich anzunehmen. Du kannst es dir nicht verdienen, es ist ein Geschenk.
Und wenn einer nicht gelobt werden will, lass es. Man kann die Leute nicht zwingen. Verbringe deine Zeit mit Leuten, die freundlich und zugewandt auf deine Geschenke reagieren.

Mittwoch, 15. August 2018

Womit hab ich das verdient?

Womit hab ich das verdient?
Diese Frage wird oft gerufen, geknurrt, geheult; so ist es in unserer Leistungsgesellschaft tief verankert: wer was leistet, verdient was. Und in dem Fall, wenn man diese Frage also so stellt, ist es meist etwas Negatives. Fehler sind halt auch Leistungen. Fehlleistungen. Und wer sich einen Fehler leistet, verdient -- eine Strafe. Zumeist. Wer Arbeit leistet, verdient Lohn.
Aber ist es so? Bekommen wir immer, was wir verdient haben?
Wer mal in der Bibel den Satz aus 2.Thess3,10 gelesen hat, "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" (zum Zusammenhang), weiß genau, dass das so ist. Lohn der fehlenden Arbeit ist fehlendes Essen, neuzeitlich: fehlendes Auskommen.
Da die Bibel immer dann herangezogen wird, wenn einer seine Argumente untermauern will (das taten und tun übrigens Gute wie Böse), folgt oft noch aus den Sprüchen: "der Faule dreht sich im Bett wie die Tür in der Angel" (Spr.26,14)
Also aufgestanden, Ärmel hoch und das Bruttosozialprodukt gesteigert!

Jesus sieht das glücklicherweise anders. Wenn wir wirklich bekämen, was wir verdienten, sähe es pechschwarz für uns aus. Lohn der Sünde ist der Tod! (Rö.6,23) Und Sünder sind wir ja nun mal alle.
Er lächelt dich freundlich an, wenn du ihn fragst (anklagst) "womit hab ich das verdient?" und sagt entweder, dass er nicht der Absender der Plage ist, die du ihm zurechnest, oder -- "Das kannst du dir nicht verdienen. Das ist ein Geschenk."

Geschenke sind immer was Positives, möchte ich mal behaupten. Plagen und andere unangenehme Dinge sind keine Geschenke. Warum hast du dich als Kind so auf Weihnachten und deinen Geburtstag gefreut? Weil du dich dann besonders intensiv mit Kehrwoche, Küchenarbeit und Kelleraufräumen beschäftigen musstest?
Nein, sondern weil es Geschenke gab. Unverdient.


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eine interessante Auslegung der Thessalonicher-Stelle hat übrigens Antje Schrupp.

Donnerstag, 9. August 2018

Warum kannst du nicht Mattias heißen?

Wenn meine Kollegen mich fragen, warum ich Single bin, das wäre doch gar nicht nötig und sei absolut unverständlich (es folgt eine Liste positiver Eigenschaften, die meine Eignung zur Beziehung unterstreichen), dann sage ich manchmal, dass ich ja mit Jesus zusammen bin. Das ist noch viel unverständlicher.
Gelegentlich folgt dann die Frage (von männlichen Kollegen ohne Partner), ob da nicht noch was drin sei für sie.
Nein, sage ich.
Ja, aber hömma, das mit dem Jesus … den gibts doch gar nicht. Oder höchstens in deinem Kopf. Der ist ja kein echter Mensch.

Das Gespräch würde komplett anders verlaufen, würde ich sagen: Ich bin mit Mattias zusammen. Punkt.
Keiner würde auf die Idee kommen, sich Hoffnungen auszurechnen.

Ich könnte Jesus mal fragen, ob er einen Zweitnamen hat. So einen … na jaaaaa, Decknamen. Was einfacheres. Unverfänglicher.
Aber das ist dann nicht Sinn der Sache.
Weiß ich ja auch.

Montag, 23. Juli 2018

Was ich tun werde, wenn es wieder Regen gibt

Ich präzisiere: Es geht nicht um den Regen, der zweimal im Monat bei günstiger Gewitterlage herniederfällt und auf dem überhitzten Asphalt gleich wieder verdunstet.
Ich meine regelmäßigen Regen. Genauso den sanften bergischen Landregen, der uns mal eine graue Woche beschert oder zwei, wie auch die Sturzflut vom Himmel, die Bäche in Wildgewässer verwandelt und Brücken von unten nass macht.
Wenn das typische Bergische Wetter also wieder da ist, dann will ich folgende Dinge tun -- rechnest du damit, dass es um Gartentaten geht? Du rechnest richtig.

Projekt 1:
Ich will das Teichufer neu gestalten.
Die Alchemilla ist mir da zu dominant geworden, ich will sie in den Kampf gegen den Giersch schicken, da kann sie mal beweisen, was in ihr steckt. Insgeheim nenne ich sie ja lange schon "Ludmilla" nach irgendeiner rumänischen oder weißrussischen Kugelstoßerin.
Stattdessen wünsche ich mir mehr Teichtigkeit am Leich. Die rosa und rote Schafgarbe, die viel zu dicht in den beiden Kübeln am großen Hochbeet stehen und dem Tod durch Verdursten schon unzählige Male ins Gesicht geblickt haben, muss ich sowieso längst teilen (hätte längst teilen müssen). Dazu einige filigrane hohe wie niedrige Frühlingsommerherbststauden, die das Sortiment neben Lavendel, Heuchera, Gräsern und der immer noch nicht definierten Wunderstaude farblich und jahreszeitlich abrunden.
Der Alchemilla würde es nicht langweilig, denn der Giersch lebt und sprießt rund ums Grundstück an der langen Kirschlorbeerhecke und an der Zaunseite zu den neuen Nachbarn. Nur aus meinem Gemüsebeet hinterm Gewächshaus konnte ich ihn bisher vertreiben. (Nein, der Arme-Leute-Spinat ist bei mir kein Gemüse, ich helfe ja auch nicht den Ackerschachtelhalm zu dezimieren, indem ich Tee mit dem Kraut kaufe.)

Projekt 2:
Auf dem kleinen Absatz an der Straßenseite des Gartens will ich nach dem Umsetzen der letzten von sechs Hortensien diverse niedrige Gräser und Bergenien sesshaft werden lassen. Links und rechts der künftigen breit- und schmalblättrigen Gesellschaft stehen ein wuchsfreudiger Hasel sowie einige Forsythien, die den Hortensien alles Licht geraubt hatten. Hinter ihnen natürlich auch ein Stück Natursteinhecke (so nenne ich Kirschlorbeerhecken, weil sie ja das ganze Jahr gleich immergrün aussehen).
Bisher stehen da schon Bergenien, aber auf dem Boden ist Unkrautvlies. Den Hortensien war das egal, die Bergenie weiß bald nicht mehr wohin mit sich selbst, da sie sich nicht ausbreiten kann.
Natürlich würde auch die letzte Hortensie gründlich zurückgeschnitten, um den Preis, dass sie nächstes Jahr nur grün sei. Die Büsche sollen im (vorm Sommer begonnenen) Hortensienbeet ein dichtes Blätter- und Blütendach bilden. So lang ausgeschossen kann ich sie ohnehin nicht ausgraben, dazu ist es zwischen Hasel und Hecke zu eng.

Projekt 3:
Die Helleborus, Astilben, Hosta und Päonien, die sich in Konkurrenz mit Kirschlorbeer, rotem Zierahorn und, na was schon? Giersch befinden, will ich auch umsetzen: die Schattenfreunde unter die Blutpflaume zu den anderen ihres Gleichen und die Päonien gerne an den Teichrand. Falls den Plänen etwas entgegen steht, könnten sie auch noch ein eigenes Beet bekommen, wo sie reich und rosa, magenta, weiß blühen könnten, weil sie endlich genug Platz hätten. (So eine Päonie mag es nicht beengt.) Der Garten hat bislang eine Menge Rasenfläche, aber der Mann, der erst den Mäher bewegt und hinterher den Rasenschnitt entsorgt, hätte nichts dagegen, wenn es weniger wird.

Dieses ganze Spatenballett, das in einem normalen bergischen Sommer durchaus machbar wäre, kann ich dieses Jahr seit Ende April nicht tun, weil mir alles verdorren würde. So viel kann man gar nicht gießen, dafür ist die Ressource Trinkwasser zu kostbar. Denn die Regenzisterne enthält viel zu oft nicht die möglichen 1.700 Liter, sondern -- weniger.

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p.s.: natürlich würden mir noch ein paar andere Projekte einfallen. So eine Liste ist nie abgeschlossen.