Mittwoch, 15. August 2018

Womit hab ich das verdient?

Womit hab ich das verdient?
Diese Frage wird oft gerufen, geknurrt, geheult; so ist es in unserer Leistungsgesellschaft tief verankert: wer was leistet, verdient was. Und in dem Fall, wenn man diese Frage also so stellt, ist es meist etwas Negatives. Fehler sind halt auch Leistungen. Fehlleistungen. Und wer sich einen Fehler leistet, verdient -- eine Strafe. Zumeist. Wer Arbeit leistet, verdient Lohn.
Aber ist es so? Bekommen wir immer, was wir verdient haben?
Wer mal in der Bibel den Satz aus 2.Thess3,10 gelesen hat, "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" (zum Zusammenhang), weiß genau, dass das so ist. Lohn der fehlenden Arbeit ist fehlendes Essen, neuzeitlich: fehlendes Auskommen.
Da die Bibel immer dann herangezogen wird, wenn einer seine Argumente untermauern will (das taten und tun übrigens Gute wie Böse), folgt oft noch aus den Sprüchen: "der Faule dreht sich im Bett wie die Tür in der Angel" (Spr.26,14)
Also aufgestanden, Ärmel hoch und das Bruttosozialprodukt gesteigert!

Jesus sieht das glücklicherweise anders. Wenn wir wirklich bekämen, was wir verdienten, sähe es pechschwarz für uns aus. Lohn der Sünde ist der Tod! (Rö.6,23) Und Sünder sind wir ja nun mal alle.
Er lächelt dich freundlich an, wenn du ihn fragst (anklagst) "womit hab ich das verdient?" und sagt entweder, dass er nicht der Absender der Plage ist, die du ihm zurechnest, oder -- "Das kannst du dir nicht verdienen. Das ist ein Geschenk."

Geschenke sind immer was Positives, möchte ich mal behaupten. Plagen und andere unangenehme Dinge sind keine Geschenke. Warum hast du dich als Kind so auf Weihnachten und deinen Geburtstag gefreut? Weil du dich dann besonders intensiv mit Kehrwoche, Küchenarbeit und Kelleraufräumen beschäftigen musstest?
Nein, sondern weil es Geschenke gab. Unverdient.


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eine interessante Auslegung der Thessalonicher-Stelle hat übrigens Antje Schrupp.

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