Samstag, 19. November 2016

#LOVEmber -- fängt an mit N

Seit ich Geschichten am Computer schreibe, verwende ich eine Datei namens "Vornamen.doc". Sie stammt noch aus einer Zeit, da Dateinamen nur acht Zeichen enthalten durften. Mittlerweile habe ich das Betriebssystem gewechselt und aus Gründen der Nostalgie heißt sie nun "die Vornamen.doc.odt".
Warum guckst du nicht im Internet nach Namen, wurde ich mal gefragt.
Aber du kennst das: es gibt Orte und Zeiten im Leben, da man keinen Zugang zum Internet hat und trotzdem dringend einen Vornamen vergeben muss und Auswahl braucht. Diese Datei war immer zur Hand.
Unter N hat sie folgende Namen im Angebot:
Nadine Nadja Nanette Nanni Narilata Natalie Nele Nellie Nicole Nicolette Nina Nora Norma
Nathan Nepomuk Niklas Nick Nico Nicolai Niels Noël Norbert Norman
Die Auswahl ist unvollständig, aber sie bietet immerhin Inspiration.
Übrigens haben Menschen ja meist nicht nur einen Vornamen. Auch dazu hat meine Liste was zu sagen:
Naumann Negendank Nelte Neubert Neuhaus Neururer Nolte Noske Nowotny Nuhr
Von A bis Z bietet sie 283 Möglichkeiten, dazu 845, die nach Herkunft einsortiert sind, falls mal eine türkische Familie auftritt und Namen braucht.

Namen sind nicht nur Schall und Rauch.
Dein Name sagt was über dich aus, Kevin und Chantal werden das bestätigen können, denen man leicht unterstellt, aus niederen sozialen und bildungsfernen Schichten zu entstammen. So kommt es vor, dass eine Person in meinen Texten mehrfach umbenannt wird, bis ich den richtigen gefunden habe. Manch eine Person stellt sich aber auch gleich mit ihrem Namen vor, da gibt es dann keine Diskussion.
Es gibt Paarnamen, die ich logischerweise nur paarweise vergebe. Volker und Rita zum Beispiel oder Ulf und Kirsten. Das sind aber alles Erwachsene Ende der 40er. (Ich müsste sie vielleicht mal zehn Jahre älter werden lassen, fällt mir gerade auf.) Der Nachname orientiert sich oft an regionalen Gegebenheiten, im Bergischen Land heißen solche Leute Paffrath, Siebel oder Klingsiepen.
Einige Namen kommen bei mir nicht vor, weil mir die Namensträger arg zugesetzt haben. Andere Namen sind eher negativ besetzt, Personen mit diesem Namen haben es schwer, mich positiv zu überraschen.
Einen speziellen Bösewichter-Namen habe ich nicht.
Kindernamen sind schwierig, weil man mittlerweile sehr viel zu beachten hat. Aus welcher Region, sozialer und Bildungsschicht kommen die Eltern? Was sind ihre Berufe? Was weiß ich über die Großeltern? Wo wachsen die Kinder auf?
Ich käme nie auf die Idee, ein Kind Sonja zu nennen. Oder Sigrid.

Kommentare:

  1. Meinst du mit Kirsten eine Frau oder einen Mann? Ich dachte immer, Kirsten ist weiblich. Aber als ich den Namen unter einer Todesanzeige las, stutzte ich - die Gestorbene hatte doch nur einen Sohn (Name war mir bisher nicht bekannt). Ich habe gleich gegoogelt und siehe da: Kirsten kann weiblich oder männlich sein!

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  2. Ich bin da eher konservativ, gestehe ich. Paarname = Mann+Frau.
    Aber die Herren Ulf und Kirsten können da na-tür-lich auch gemeint sein.

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Nur Mut. So ein Kommentarfeld beißt nicht.