Montag, 25. August 2014

drum binde, was sonst auseinanderfällt

In meiner Kochbücherei habe ich ein Backbuch, an dem der Zahn der Zeit ganz schön genagt hat. Sein Pappeinband ist weg, einige Seiten sind lose, dafür hat es reichlich handschriftliche Ergänzungen erfahren und mengenweise Zettelchen mit Rezepten mit in meinen Haushalt gebracht.
So richtig praktisch ist ein Buch allerdings nicht, wenn du immer aufpassen musst, dass nichts vom Inhalt verloren geht oder durcheinander gerät.
Also habe ich es repariert.
Dafür habe ich als erstes eine dickere Klarsichthülle zerschnitten und daraus eine stabile (und abwaschbare) Buchhülle zum Schutz des alten Papiers erstellt, deren Überlappungen ich auf der Innenseite festklebte.
Dann habe ich alle Zettelchen ordentlich ins Buch eingelegt,
Wer kann denn das Wort nach dem 1/4-Pfund lesen?
damit ich sie beim Binden erwische, habe den Abstand der Zeilen zum inneren Seitenumbruch gemessen und dem Maß entsprechend dünne Nägel durch die Buchhülle gekloppt.
Vorne sieht das dann immer sehr gut aus ...
... und hinten ist es halt egal, es ist ja nur ein altes Buch, ein Gebrauchsgegenstand, es geht um den Inhalt.
Durch die entstandenen Löcher habe ich weißes Garn genäht und alle Fadenenden mit durchsichtigem Paketklebestreifen fixiert.
Wenn du gelegentlich ein Backbuch in die Hand nimmst, siehst du hieran, dass es ein altes Buch sein muss.
So dekoriert heutzutage niemand mehr seine Backbuchbeispiele.
Es ist schon ziemlich alt, das Dr.-Oetker-Backbuch für den Preis von 2,80 DM -- 
aber ein richtiges Buch. Von 1961. Dreiundfünfzig Jahre alt.

______________________
p.s.:
du kannst mir 2,80 DM bieten oder 280 Euro, ich verkaufe es nicht: es gehörte meiner Omma.

Kommentare:

  1. Hm, knifflig, das Viertelpfund. "Ra" scheint recht sicher zu sein, das kleine a kann man ja vergleichen, deckt sich mit dem a bei "Vanillzucker". Am Ende steht ein "r". Dazwischen wird's heikel. Doppel-n geht nicht ("nnr" ist unaussprechlich) und u auch nicht, weil der Querbalken fehlt. Wacklige Theorie: "Ramer", was nach "Rama" klingt. Fett fehlt immerhin auch noch in dem Rezept und 125g (Viertelpfund) wäre auch eine vernünftige Menge. Rama wurde ganz früher mal mit "h" geschrieben, allerdings war das noch vor Druck deines Backbuchs aber laut http://www.rama.de/de-de/ueber-rama/die-geschichte-von-rama nie "Ramer". Meiner Theorie läge also ein ziemlicher Verschreiber deiner Omma zugrunde aber was anderes fällt mir nicht ein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Rama mit Schreibfehler!
      Das ist es!!
      Danke, Ben!

      Ich bin nur so weit gekommen, dass es Margarine nicht sein kann und Butter auch nicht, aber irgendwas derartiges sein muss, weil der Kuchen ja sonst keiner wird.

      Den Schreibfehler hat jemand anderes getätigt, meine Omma hatte eine andere Schrift.
      Sie hätte sicher auch Zeit und Hitze dazu notiert.

      Löschen

Nur Mut. So ein Kommentarfeld beißt nicht.