Samstag, 19. Februar 2011

Dabei gewesen

In der Schulzeit hatte ich von der ungefähr ersten bis zur zehnten Klasse eine schwierige Zeit.
Meine Eltern, Lehrer, Mitschüler haben mich nicht verstanden bzw. wollten seltsame Dinge von mir, die ich nicht verstanden habe.

Neulich fragte ich Gott, wo er denn in der ganzen Zeit gewesen sei.
Er sagte: Ich war bei dir.
Ich sagte: Davon hab ich aber nichts bemerkt!

Gestern Abend fragte ich das erneut: Wo bist du gewesen? Mir ging es schlecht, und du?!
Ich war bei dir, sagte er.
Aber ich hab nichts davon bemerkt, wiederholte ich. Mir ging es total scheiße!
Was ist dir denn wichtiger, fragte er zurück, dass ich bei dir bin oder dass du ein schönes Gefühl hast?

Kommentare:

  1. Ja, das ist so eine Sache, ne. Weil man immer das Dabei-Sein Gottes(seine Gegenwart) mit angenehmen Attributen verbindet-Frieden, Freude usw.Und manchmal ist er einfach da und WEIß. Das fühlt man garnicht...

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  2. Gott ist ja kein Wohlfühlgott sondern ein Vatergott. Gott will nicht das wir uns bloß gut fühlen, sondern das es uns gut geht. (und um das zu begreufen kann er uns manchmal ziemlich scheiße fühlen lassen)

    Stell dir einfach mal vor, du hättest dich in der Schule wohl gefühlt und wärst auch noch eine erfolgreiche Schülerin gewesen (von mir aus mit einser Abi und so). Wärst du dann jetzt der Mensch der du jetzt bist? Wäre Erfolg vielleicht wichtiger geworden wie Gott? Könnte Gott dich dann dafür gebrauchen wo er dich hin haben will? Wärst du überhaupt du oder eher doch eine Reproduktion dessen was Menschen von dir erwarten?

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  3. das ist ja nun mal reiner Spekulatius.
    Wie wäre ich, wenn mein Leben anders verlaufen wäre?
    Dann wäre ich anders.
    Besser, schlechter? Weiß keiner.
    Und die Frage, ob Gott mich dann für das gebrauchen könnte, ist wirklich gaga.

    Glaubst du, der kann Leute mit Einser-Abi nicht gebrauchen?

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  4. Die Frage, ob Gott dich dann für das gebrauchen könnte, ist wirklich gaga, allerdings habe ich diese Frage auch garnicht gestellt.


    Es geht mir nicht um das ob sondern um das wo und was.
    Wenn Gott meinen würde du solltest Studentenmission betreiben, dann wäre ein Abi sehr hilfreich. Dann wäre die Frage nach der "Schulunterstützung" sicher eine ganz andere wie sie sich jetzt darstellt.

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  5. K., die grad im falschen Browser unterwegs ist und deswgen nicht eingeloggt :p22. Februar 2011 um 10:34

    Gott hat mir nen Sack voller sprichwörtlicher Talente gegeben mit dem Auftrag, was draus zu machen. Ich glaub irgendwie nicht - oder vielleicht nur für bestimmte Phasen im Leben - dass es nur diiiie eine Stelle für mich gibt. Mein ganzes Leben ging größtenteils ziemlich schief, klar kann man sich das so hinbiegen, dass was Schönes bei rauskommt - ich könnt ja sonst nicht so gut die armen Leutchens verstehen, denens genauso geht etc.pp., aber ganz ehrlich, wenn ich die Wahl hätte, vielleicht würd ich die lieber nicht verstehen wollen und dafür ein schönes Leben haben? Ach so richtig... geht ja um das, was Gott will, und dann um das, was die andern brauchen und dann komm irgendwann ich... oder auch nicht, je nach denominationeller Prägung. Dazu fällt mir immer nur ein, dass Gott aus jedem Mist Dünger machen kann, was sich wohl an den Vers anlehnt, dass uns, die wir ihn lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Ich kann total sehen, dass mir der ganze Müll und die schwierigen Zeiten zum Besten dienen, das ist überhaupt keine Frage! Die Frage ist, ob es sein Plan war, und wenn ich in die Schöpfungsgeschichte gucke, stelle ich (möglicherweise liege ich da falsch, ich bin immer offen für Korrektur) fest, dass Gottes Plan relativ allgemein und offen für vieles ist, aber im Wesentlichen ein schönes Leben für mich möchte.

    Wenn das in der Vergangenheit nicht so war und vielleicht jetzt immer noch nicht so ist, kann man ja trotzdem dran arbeiten, dass es schön wird (was für mich nichts mit Reichtum oder Wohlstand oder den perfekten Umständen zu tun hat, sondern eher was damit, wie's mir innendrin geht, ob ich in der Ruhe lebe oder Druck habe, ob ich vertraute Menschen habe und vertrauen kann, statt Angst zu haben etc. pp. - schlussendlich auch, ob ich meinen Sack Talente aufmache und mir angucke, was ich daraus basteln kann.
    Ich bin mir relativ sicher, dass Gott mich wie Adam und Eva in diese Welt gesetzt hat mit dem Gedanken, dass ich was aus dem machen soll, was ich hab.

    Ob ich den Sack in die Studentenmission schleppe oder zu einem Obdachlosencafe... ganz ehrlich, ich glaube das ist ihm relativ schnuppe, solange meine Talente gut eingesetzt sind.

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  6. Arghs. Ich reiche ein ")" nach.

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  7. Es ist ja wirklich schön das er da ist, aber manchmal will man sich trozdem gut fühlen, weil man dieses innerliche scheiß gefühl doch irgendwann nicht mehr aushält!? Hm..

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  8. mit gut fühlen meine ich auch das man gott in seiner nähe spürt.

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  9. Ich entschuldige mich jetzt schonmal für das was Ihr gleich hoffentlich lest. Es soll wirklich niemanden beleidigen sondern nur zum nachdenken anregen. Da ich aber nicht weiß wie ich es sonst schreiben soll und ich nicht weiß in welcher Verfassung ihr das lest sage ich jetzt schonmal 'Tschuldigung. In einem persönlichen Gespräch käm das sicher etwas einfühlsamer rüber.

    Wer Gott immer in seiner Nähe haben will, hat etwas entscheidenes nicht verstanden. Gott ist nicht immer in unserer Nähe, was Gott aber immer ist: Er wohnt in uns!
    Wenn wir also meinen von Gott verlassen zu sein, dann liegt das wohl daran das wir Gott an der falschen Stelle suchen. Gott ist nicht zwingend in der Schule, am Arbeitsplatz oder wo wir sonst so sind, Gott ist in uns. Durch uns ist Gott da wo wir sind.
    Wir sind in aller erster Linie der Tempel und damit das Zuhause von Gott.

    Unser Herz, unser Innerstes gehört nicht mehr uns, es gehört Gott. Und wenn es uns "Scheiße" geht, dann ist das zuerst ein Angriff auf Gott und nicht auf uns.

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  10. rc, warum entschuldigen? ich finde das eher tröstend, was du schreibst. die perfekten worte hin oder her.

    deinen letzten satz kann ich verstehen, wenn ich aus der bereitsgestorbenseinsperspektive hingucke.
    ich weiß nicht, wie ich das richtig ausdrücken soll, es ist mehr persönliche langjährige erfahrung... für manche leute ist gestorbensein leichter als leben, weil sie sich dann nicht mit demselben auseinandersetzen müssen (und ich möchte ganz klar sagen, dass ich damit nicht dich meine und überhaupt niemanden konkreten). das sind meist leute, denen einfach sehr viel weh tut, weil sie viel scheiße erlebt haben. die fühlen sich dann konsequenterweise auch so und müssen vielleicht erst mal leben begreifen, bevor sie dasselbe in den tod geben können.
    ach, mir fehlen die worte, in mir drin ergibt es sinn, vielleicht versteht mich ja jemand.

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  11. Ah, jetzt weiß ich was ich sagen wollte...
    Ich weiß nur nicht obs verständlich ist außerhalb von meinem Kopf...
    Gestorbensein kann zu einer Ersatzidentität werden, die Heilung verhindert. Heilung KANN mit Gestorbensein mitkommen, wenn es richtig verstanden wird. Und eben keine Ersatzidentität ist.

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  12. (Das klingt jetzt so, als müsste man studiert haben um nur ja nix falsch zu machen. So ist es sicher nicht gemeint. Wie gesagt, persönliche Erfahrung.)

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Nur Mut. So ein Kommentarfeld beißt nicht.