Mittwoch, 27. Januar 2010

Josef

Selbst für hartgesottene Krippenplatzfreunde ist es irgendwann an der Zeit, die Weihnachtsdekoration wegzuräumen. Umso schöner ist es, wenn man sie dann nach zehn oder elf Monaten wieder raus holt und sich über die hübschen Sachen und Sächelchen freuen kann.

Weil die hölzerne Szenerie vor wechselndem Hintergrund auf meinem Küchentisch stand und dort nahezu alle Mahlzeiten stattfinden und auch sonst allerhand, habe ich jetzt also zwei Monate auf die Krippe geschaut, manchmal auch drüber hinweg oder mitten hindurch (sie ist ja nicht so blickdicht…).
Irgendwann stellte sich mir unweigerlich die Frage: „Was macht der Josef eigentlich da?“
Maria, ist ja klar.
Die ist mit dem Jesuskind beschäftigt, wie junge Mütter das den lieben langen Tag halt sind.
Der Esel liegt da mit etwas unbeteiligter Miene, weil er ja nur Statist ist. Fortbewegungsmittel.
Anhand der vorgegebenen Formen bin ich zu diesem Ergebnis gekommen:
Gerade begeistert wirkt er nicht.
Na ja, man muss ihm zugestehen, dass Jesus nicht geplant war, zumindest nicht von ihm. Da muss ein Mann auch mal entsetzt sein dürfen.

Außerdem hatte ich ja beim Krippenplatzbau diese seltsame Anordnung vorgenommen, Maria und Jesus auf der einen, die beiden Statisten auf der anderen Seite. Das war unbewusst. Hinterher hab ich dann gedacht, dass Josef sich vermutlich wirklich vorkam wie ein Esel.



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Zum Glück für uns alle hat Josef kurz darauf die Statistenrolle abgelegt und ist aktiv geworden. Der wichtigste Aktivposten der frühen Jesusgeschichte.
Er hat seine Familie ins ägyptische Asyl gebracht.
Alleine wäre Maria aufgeschmissen gewesen. Es heißt, dass sie noch sehr jung war.
Josef dagegen soll deutlich älter als sie gewesen sein. Ohne seine Umsicht und Lebenserfahrung wäre diese Reise nach Ägypten sicher ein Desaster geworden, von einer Rückkehr nach Nazareth mal gar nicht zu reden.
Gott hat absichtlich ihn ausgesucht und niemand anderen, irdischer Stiefvater seines himmlischen Sohnes zu werden.

2 Kommentare:

  1. so gesehen eine toller Typ, der Jupp. Manchmal wirkt er gar so unbedeutend, aber in dem Licht der Ägyptenreise betrachtet ist er ja von profunder Importanz.

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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Nur Mut. So ein Kommentarfeld beißt nicht.