Samstag, 16. Januar 2010

Physik am Hang

Mein Statistikfreund beschäftigt sich gerne mit Zahlen, aber deswegen ist er noch lange kein Stubenhocker.
Heute Nachmittag waren wir zusammen rodeln und er hat mir das genau erklärt mit Hangabtriebskraft und Massebeschleunigungsgesetz und so.
Und vor allem, warum einem hinterher alles weh tut, obwohl man ja eigentlich nix gemacht hat.
Das ist nämlich so, erklärte er mir:


Gehen wir davon aus, rein hypothetisch, du wärst 34 Jahre alt.
Auf dem Weg zum Rodelberg wirst du so lange jünger, bis du, wenn du nach der ersten Fahrt unten angekommen bist, wieder acht Jahre alt bist. Oh glückliche Zeit.
Dann nimmst du den Schlitten an die Strippe und den Berg in Angriff.

Dabei wirst du dann wieder 8 Jahre älter, macht 16.
Dann fährst du wieder runter,

was dich um 5 Jahre verjüngt, ergo bist du 11.
Wieder rauf. Macht dich 19 Jahre alt.
Wieder runter. Also bist du 14.
Wieder rauf. 22, das geht noch.
Wieder runter. Jetzt bist du 17.
Wieder rauf. Ein Vierteljahrhundert.
Wieder runter. Du bist 20.
Wieder rauf. 28 Jahre.
Wieder runter. 23 Jahre.
Wieder rauf. Das macht dich 31 Jahre alt.
Wieder runter. Nun bist du 26.
Wenn du dann wieder oben angekommen bist, also nach der siebten Abfahrt, bist du mit 34 bei deinem hypothetisch angenommenen Alter angekommen. Wenn du klug bist, gehst du jetzt nach Hause.

Wenn du nicht klug bist, fährst du noch weiter.

Oder aber, du hast dich zur ungefähr dritten Abfahrt an die Sprungschanze gewagt. Die ist nichts für Leute in unserem Alter, was du spätestens bei der Landung nach dem kurzen Flug gemerkt hast, weil das deine Wirbelsäule um gefühlte 5 cm gestaucht hat.

Das lässt dich zusätzlich zu den 5 Jahren, die die Abfahrt dich jünger macht, 10 Jahre altern, ergo kostet die Fahrt dich 5 Jahre in Richtung Alter.

Wie ich mit fortschreitendem Abend immer besser feststellen kann, hat mein Statistikfreund Recht.
Der versprochene Schneefall hat endlich eingesetzt. Morgen... na ja, aber bestimmt übermorgen.

Kommentare:

  1. hast du nichts zu tun ?:) Das ist ja wahnsinn! ;)
    Liebste grüße
    Litha

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  2. Nee, Litha, ich -konnte- nix mehr tun. Mir tat ja alles weh.
    Bloß ein bisschen denken und tippen war noch möglich.

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  3. ... hmmm, so ganz verstehe ich das noch nicht.

    1. Warum verjüngt die erste Fahrt von 34 auf 8 Jahre? Und warum verjüngen die weiteren Fahren immer um 5 Jahre?
    2. Was ist bei der ersten Fahrt entscheidend?
    a) das Zielalter (8) oder
    b) die Differenz (34-8=26)?
    3. Was passiert bei der ersten Fahr mit Personen unter 8 Jahren, falls Regel 2a) gültig ist?
    4. Was passiert bei der ersten Fahrt mit Personen unter 26 Jahren, falls Regel 2b gültig ist?
    5. Was wenn ich den Schlitten und mich selbst nicht aus eigener Kraft den Berg nach oben befördere?

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  4. Nathenja,
    du musst schon richtig lesen.
    Da steht ja, dass ich der juppi das so erklärt hab.
    Das ist keine allgemeingültige Regel. Eher Individualpsychophysik.
    Die juppi wird also von den angenommenen 34 Jahren ausgehend immer jünger, je näher sie dem Rodelberg kommt. Das tut die Vorfreude.
    Unten angekommen ist die vorfreudebedingte Verjüngung am Höhepunkt angekommen, also ist sie 8. Damals war das Leben noch durchweg heiter.

    Damit erübrigen sich die Fragen 2-4.
    Frage 5 stellte sich ebenfalls nicht, denn da war kein Lift.
    Aber ist doch klar, dass man sich beim Runterfahren eher jünger und beim Raufkraxeln eher älter fühlt, oder?

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  5. Lieber Statistikfreund,
    und wer erklärt mir, mit meinen rein hypothetischen 28 Lenzen, das jetzt?! Ich möchte ja Nichts falsch machen beim Schlittenfahren. Nicht dass ich unten ankomme und plötzlich... ach, egal. Der Schnee ist ja eh schon wieder weg :-(

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  6. Lieber Nathenja, nicht verzweifeln.
    Es gibt bald wieder neuen Schnee und dann geh rodeln und überleg dir eine eigene Rodelrechnung.
    So wie ich dich einschätze, verstehst du dich auch auf Individualpsychophysik.
    Versuch das mal.

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  7. Der Begriff Kreativität geht auf das lateinische Wort creare zurück, was so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“, aber auch die Nebenbedeutung von „auswählen“ hat.


    ich war ja gestern schon mal im Vorgarten und habe mir die Sache mit dem psychophysischen Statistikfreund und der gerutschten hypothetischen Juppiverjüngung reingetan...und ich versteh es nicht....das ist doch unglaublich, Juppi, früher gab es doch Geschichtenerzähler/Märchenonkel-Menschen die sich einen Taler verdienten indem sie neugierigen Kindskollegen fabelhafte Geschichten erzählten ( auf Basaren oder Märkten oder wasweißichwo-meistimSchattenbeiMaracujasaft)-also die antiken,menschlichen IKEA-Bällebäder zur Kindsdeponierung....und diese geheimnsivollen, Zweibeinunikate schafften es sogar bei den Erwachsenen einen Augenglanz herzustellen- und ich muß einfach den Hut vor solchjenigen ziehen, die es immer noch schaffen...

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  8. Optimizer, du meinst die Geschichtenerzähler aus dem... äh Orient?^^

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Nur Mut. So ein Kommentarfeld beißt nicht.