Donnerstag, 25. Februar 2010

der Arbeitsablauf

Puh.
Bevor wir reich werden, dauert es noch ein kleines Bisschen, fürchte ich.
Mein heutiger Tag begann um 4:35. Um 5:39 das Haus verlassen. Ab 6:04 einer Frau, deren Namen ich nicht weiß, nach Solingen hinterher gefahren. Um 6:nochwas an einer Firma angekommen. Notausgänge, Klo, Sanitätskasten, Maschine gezeigt bekommen.
Und dann:

zwei Metallteile aus der Kiste.
Vierteldrehung meiner Person und einen halben Schritt nach rechts.
diese Teile mit nem Pinsel mit Öl bestrichen.
Vierteldrehung nach rechts.
in die Maschine eingesetzt.
die beiden Teile des vorangegangenen Arbeitsganges heraus genommen.
Vierteldrehung zurück.
die beiden o.g. Teile durch einen Prüfer geschoben.
__a) sie sind okay
__b) sie sind nicht okay.
wenn b) in die Kiste unterm Tisch, wenn a)
wahlweise Halbdrehung rechts- oder linksrum plus halben Schritt
beide Teile auf einen Metallstab stecken.
Vierteldrehung nach links.
zwei Metallteile aus der Kiste......
Gelegentlich den vollen Stab gegen einen leeren tauschen (nicht zu voll machen, die Dinger sind schwer).
Gelegentlich die leere Kiste gegen eine volle tauschen. Die sind auch schwer.

Und das Ganze, stehend, 526 Mal.
Die Maschine war so freundlich, mitzuzählen.
Unterbrochen von zwei Pausen, und eigentlich bis 15:30.
Aber der linke Sicherheitsschuh (geliehen von der Personalagentur) war zu klein für meinen zugehörigen Fuß.
Dem drohenden Dekubitus zuvorgekommen, indem ich die Firma in Einverständnis mit dem Chef schon um 14:00 verlassen habe. Mein "Antrag auf Schuh" in der Personalagentur belief sich nur auf den linken, aber einzelne Schuhe werden nicht rausgegeben.
Jetzt trag ich links und rechts Größe 41. Bestimmt ist das dem rechten Fuß zu groß.
Tja. So isses dann.

(Nein, ich zeige keine Beweisfotos. Bilder mit nackichen Körperteilen kannste woanders gucken. Zudem begrüße ich es sehr, dass fast nichts mehr zu sehen ist. Als ich den Schuh auszog, war die Haut an bewusster Stelle blaurotlila.)

So richtig begeistert bin ich nicht von der neuen Arbeit, was hier vielleicht auch dezent rüber kommt.
Aber ich bin fest entschlossen, dabei zu bleiben. Bis die Firma mich nicht mehr braucht oder ich was besseres finde. Hat halt jeder so seine Post.

10 Kommentare:

  1. p.s.:
    nein, ich verrate nicht den Namen des Arbeitgebers. Das hat mir schon mal an anderer Stelle einen Haufen Ärger eingebracht. (da ist jetzt ein Eintrag ohne Buchstaben.)

    und nein zum Zweiten, ich verrate auch nicht, wie lange es bei diesem üppigen Stundenlohn noch dauert, bis ich reich bin.

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  2. Schock!

    es gibt keine Alternative, nich?


    dasjakrass... stöpsel Dir während der Arbeit Mp3 Kopfhörer in die Ohren mit
    a) Predigtreihe
    oder b) Musike
    oder c) was zum Lachen...sonst ist doch Murmelbrand angesagt...wie lang soll das denn gehen(stehen)? Du liebe Güte...

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  3. ich haett noch arbeitsstiefel gr 41, wenn du noch brauchst..

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  4. Klingt nach Zeitarbeit...hmpf... ja... nicht sehr toll... aber man tut viels um an berühmt-berüchtigtes Geld zu kommen um was zwischen die Beißer zu bekommen. Ich hoffe, dass du das nicht lange machen musst und dir bald bessere Aufgaben von oben zugetragen werden :) Ich hoffe ist dabei mit einer gewissen Portion Vertrauen und Gewissheit ausgesprochen ;)

    Ich hab auch schon zeitmäßig gearbeitet... in ner Wurstfabrik.... danach konnte ich längere Zeit keine Wurst vom Aldi oder Lidl mehr sehn...

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  5. wow! Danke für die Beschreibung. Hoffentlich wirst du das wenigstens ohne Fussschmerzen machen können. Hoffentlich wächst der Fuss nach! :-)

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  6. Opti:
    Was ist Murmelbrand?
    Und das mit dem mp3hörn verstößt gegen die Arbeitsschutzbestimmungen. Außerdem hab ich kein son Teil. Ich trag hübsche gelbe Ohrpümpel.
    Wie lang es geht, weiß ich nicht, jedenfalls geht mein Arbeitsvertrag erst mal bis zum 1.4.
    Heute (hatte genug Zeit zum Denken) bin ich ein Stückchen in mich gegangen und habe versucht zu ergründen, was mich besonders nervt an dieser Stelle.
    Es ist nicht:
    der üppige Stundenlohn, die Kollegen, die Fabrikhalle (auch wenn es deutlich schönere gibt), die Arbeit, das Rumstehen, der Ölgestank, der Lärm, der nichtvorhandene Nichtraucherpausenraum.
    Es ist die Stunde-hin-Stunde-her-Fahrerei.
    Und genau da, als ich das raus hatte, habe ich Mut und Hoffnung gefasst und eine Liste von Firmen erstellt, die näher dran sind und die ich mal fragen werde, ob ich so ne ***-Arbeit nicht auhc bei ihnen verrichten könnte.
    Is ja auch schon ma wat.

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  7. Ja, das klingt gut. Als ich einen solchen Job verrichtet habe, war das ähnlich-ebenso eine Stunde Fahrt hin-und zurück. Das macht aus einem 8- Stunden Tag einen 10 Stunden Tag...und das nervt. Gelbe Ohrpümpel (lautes Lachen), Arbeitsschutzbestimmungen...tsja, da spricht gegen eine akkustische Selbstversorgung...schade.

    Murmelbrand, der...

    (Definition wird nachgereicht...bin in Eile)

    ARBEIT IN DER NÄHE IST GUT!!
    YEAH!

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  8. es gibt mensche(ich persönlich kenne 2) die würden sich freuen wenn sie nur eine stunde bis zur arbeit hätten. da sind auch 2 stunden für eine fahrt nur im optimalfall möglich.

    es geht also immer noch schlimmer ;-)

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  9. Klingt doof, wahrscheinlich.... Besser einen Job als gar keinen Job?! LG, Ralf

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  10. Dr. Ralf!
    Wie schön, dass Du noch hier liest!!

    na klar habt ihr Recht.
    aber
    es hat sich noch ein zweites Argument gegen diese Stelle ergeben.
    Wenn ich Frühschicht hab, muss ich um 10 im Bett sein.
    Wenn ich Spätschicht hab, komm ich erst um 10 aus der Firma.
    Wann soll ich in meinen geliebten Hauskreis gehen, der ebenfalls eine gute 3-4telstunde entfernt ist? Da sind wir erst um 10 fertig. Fangen um 8 an. Soll ich um 9 schon wieder fahren?
    Das geht wirklich nicht.

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Nur Mut. So ein Kommentarfeld beißt nicht.